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Magersucht: Therapie

Bei Magersucht brauchen Körper und Seele Hilfe. Psychotherapie und Ernährungsberatung sind wichtige Säulen der Behandlung
aktualisiert am 27.05.2014

Das Gespräch mit dem Therapeuten hilft, mögiche Auslöser zu erkennen

Jupiter Images GmbH/Creatas

Bei der Behandlung der Magersucht arbeiten meistens verschiedene Spezialisten zusammen: Mediziner, Psychotherapeuten, Psychologen, Ernährungsberater oder Diätassistenten und bei stationärer Behandlung ein großes Team zusammen mit Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Masseuren, Musik- und Kunsttherapeuten, Sozialarbeitern bzw. -pädagogen und Fachpflegekräften.

Hat das Untergewicht bedrohliche Ausmaße angenommen oder sind die körperlichen Auswirkungen bereits sehr bedenklich, dann ist eine stationäre Behandlung ratsam. In der Regel wird sie ambulant fortgesetzt. Eine Therapie in der Klinik kann auch dann notwendig sein, wenn Komplikationen oder andere begleitende Krankheiten bestehen, beispielsweise eine Depression, oder wenn eine ambulante Therapie keinen Erfolg bringt. Unter Umständen muss eine Behandlung auch gegen den Willen eines Patienten erfolgen. Das sollte aber nur in Notfällen geschehen, wenn durch eine ausbleibende Behandlung eine lebensgefährdende Situation entsteht oder eine andere schwere psychosoziale Gefährdung. Ziel ist immer, dass die Betroffene eine Behandlung aus freien Stücken und eigener Überzeugung beginnt. Wenn die Nahrungsaufnahme nicht oder nur unter sehr belastenden Umständen möglich ist, kann übergangsweise eine Ernährung über eine Sonde erforderlich sein.

Verschiedene Therapie-Elemente

Die Therapie setzt sich aus verschiedenen Elementen zusammen: Zum einen muss das Gewicht wieder in einen gesunden Bereich angehoben und stabilisiert werden. Das ist meistens die vordringlichste Aufgabe. Wichtig ist außerdem, Mangelerscheinungen auszugleichen. Die Betroffenen lernen nach und nach, wieder "normal" und regelmäßig zu essen, auf die Signale des eigenen Körpers zu hören, und das Essen auch wieder genießen zu können – das geschieht oft gemeinsam mit anderen Betroffenen und unter der Anleitung von Ernährungsexperten. Essens- und Bewegungsprotokolle sowie regelmäßige Gewichtskontrollen machen Fortschritte und Rückschläge sichtbar.

Ist der Organismus ausreichend gestärkt, können andere Problembereiche angesprochen und geübt werden. Auslöser und aufrechterhaltende Faktoren der Essstörung werden thematisiert und gemeinsam mit den Magersüchtigen entwickelt, um so tragfähige Strategien für den Alltag und Methoden zur Rückfallprophylaxe zu erarbeiten.

So lernen die Betroffenen, ihren Körper nicht mehr wie einen Gegner zu behandeln, sondern mit wohlwollendem und realistischem Blick zu betrachten. Sie trainieren, ihre Bedürfnisse zu spüren, sich selbst mehr Gutes zu tun, ihre Stärken und Fähigkeiten zu erkennen und zu fördern, Verantwortung zu übernehmen. An die Stelle des selbstzerstörerischen Hungern und Kalorienzählens treten Aktivitäten, die besser geeignet sind, sich selbst zu beweisen und persönliche Erfolge zu erleben.

Vielen hilft ein gezieltes Verhaltenstraining, das im Umgang mit anderen sicherer macht und das es ermöglicht, Gefühle anderen gegenüber besser zum Ausdruck zu bringen. In der Regel ist es sinnvoll, bei der Therapie auch die Familie mit einzubeziehen.

Medikamente können die Therapie unterstützen, zum Beispiel dann, wenn gleichzeitig Depressionen oder Zwänge bestehen.

Die Prognose ist besser, wenn die Patienten bei Therapiebeginn noch jung sind und die Krankheit noch nicht sehr lange besteht. Bei manchen Betroffenen wird die Essstörung im späteren Leben durch eine andere psychische Störung abgelöst, zum Beispiel eine Zwangserkrankung, Depressionen, Drogen- oder Alkoholmissbrauch. Viele haben auch als Erwachsene kein unbefangenes, "normales" Verhältnis mehr zu Essen und Körpergewicht. Bei einem Teil der Betroffenen bleibt die Erkrankung ein Leben lang bestehen.



Bildnachweis: Jupiter Images GmbH/Creatas
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